CitrusbuchCitruspflanzen Von Tropisch bis Winterhart

Ein Sortenratgeber mit über 70 detaillierten Sortenbeschreibungen

Mit besonderer Berücksichtigung der Frostharten Sorten

Von
Bernhard Voß

Kurzbeschreibung:

76 Sortenbeschreibungen im Detail und Hinweise auf weitere ca. 50 Sorten und Variationen zusammen mit ausführlichen Anleitungen und Informationen über Haltung, Pflege, Standorte und Sortenauswahl geben einen kleinen Überblick über die Familie der Rutaceae (Rautengewächse, Agrumen). Durch die Kulturhinweise wird auch Laien ermöglicht, Citruspflanzen im Freiland, im Wintergarten, auf der Terrasse und sogar im Zimmer erfolgreich zu pflegen.

Für den ambitionierten Hobbyzüchter sind alle wichtigen Daten zu jeder Sorte angegeben, um eigene Bestäubungs- und Nachzuchtversuche zu unternehmen.

In den Sortenbeschreibungen wurde der Schwerpunkt auf frosthärtere, früh reifende und dekorative Sorten gelegt, da diese für das nordeuropäische Klima besonders geeignet sind. Es sind jedoch auch Sorten beschrieben, für die Wintergarten und Treibhaus oder Zimmer der bessere Standort ist.

104 Farbfotos, 122 Seiten, Verlag Humbach und Nemazal, Pfaffenhofen/Ilm

Verkaufspreis: 34,80 DM

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Bernhard Voß
Moorende 149
21635 Jork
T./Fax: ++49 4162 356
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Hier einige Textauszüge aus meinem Buch:

Z.B. Sortenbeschreibung, Seiten 83/84:

Ichang Papeda (Citrus Ichangensis) und ihre Hybriden

Als wilde Spezies in höheren Lagen in Westzentral- und Südwestchina bis zu 2400 m vorkommend, ist die Ichang Papeda die frosthärteste immergrüne Citrusart. In China wird sie als kompatible, schwach wachsende Veredelungsunterlage für Orangen genutzt. Die Büsche, welche über 100 Jahre alt werden können, erreichen Größen von bis zu 3,5 m. Auffällig an der Art sind die verlängerten, ein Blatt vortäuschenden, Blattstiele, welche die gleiche Größe wie das eigentliche Blatt aufweisen. Die Samen aller 7 wild vorkommenden Typen sind monoembryonisch. Die Blüten sind wachsig dick und groß, mit zu einer Röhre zusammengewachsenen Staubgefäßen und hängen glockenförmig nach unten. Die Ichang Papeda bildet sehr leicht Hybriden und eignet sich daher gut zur Zucht.

Es existieren zwei schon Jahrtausende alte Hybriden mit z.T. unterschiedlichen Typen:

C.ichangensis x C.reticulata var. austera ? , auch C. junos, Yuzu genannt, (Hybriden aus Ichangensis mit Mandarinen werden Ichandarin genannt) und

C.ichangensis x C.maxima var.? , auch C.wilsonii, Ichang Lemon genannt.

In der neueren Zeit sind einige Hybriden neu gezüchtet worden, z.B. eine Ichangquat, (C.ichangensis x Fortunella margarita), alle Hybriden zeichnen sich durch ausgesprochene Frosthärte aus.

 Art / Hybride: Ichang Papeda (C.ichangensis)

Sorte: Unbenannt, 7 Typen sind bekannt

Herkunft: Südwest- und West-Zentralchina, wild vorkommend

Wuchsstärke und -charakteristik: Maximale Wuchshöhe 3,5 m, breiter, dichter Busch, immergrün

Laub: Blatt und Stiel zusammen ca. 7 - 11 cm lang, 2 - 2,5 cm breit, Stiel und Blatt spiegelverkehrt gleich groß, bleicht bei starker Sonneneinstrahlung aus

Frucht  Größe: Wie kleine Zitrone, es existieren auch breit- flache Fruchtformen

Farbe: Gelb- gelborange

Schale: Rauhschalig

Samen: Je nach Typ bis zu 30 sehr große, monoembryonisch und zygotisch

Geschmack und Saftgehalt: Frucht je nach Typ saftlos nur mit weißer Pulpe, oder sauer- bitterlich saftig

Frosthärte: -12°C, Freilandauspflanzung mit Winterschutz in kälteren Lagen (siehe unter "Freilandauspflanzung frostharter Sorten")

Besonderes: Geeignet zur Frosthärtezucht, da zygote Samen, sehr dekorativ im Garten ausgepflanzt, eher breiter als hoch.

 

Seiten 106/107:

Kultivierung

Licht

Termperatur ist neben Licht der wichtigste Wachstumsfaktor. Ohne ausreichendes Licht bei warmen Temperaturen (20°C) beginnen die Pflanzen schnell einzugehen. Im Sommer haben wir keine Probleme unseren Pflanzen ausreichend Licht zur Verfügung zu stellen, da sie bis auf wenige Ausnahmen alle im Freiland stehen und dort bis zu 100000 Lux (Maßeinheit für Lichtstärke) an einem sonnigen Sommertag bekommen. Am Zimmerfenster kann sich dieser Wert auf 5000 Lux reduzieren, was aber immer noch ausreichend ist. Wenn Pflanzen jedoch in einem Zimmer etwas abgerückt vom Fenster stehen und die Sonne nicht mehr direkt in den Raum scheint, so ist die Lichtintensität bei Zimmertemperatur im Winter nicht ausreichend (meistens nur noch 200 - 400 Lux), auch wenn es für unser Auge noch sehr hell erscheint. Spezielle Pflanzlichtlampen können Abhilfe schaffen. Verbunden mit einer Zeitschaltuhr, sollten die Pflanzen am Tag mindestens 12 Stunden zusätzlich beleuchtet werden. Ab 16 Stunden Tageslichtlänge können Citruspflanzen zu Dauerwachstum angeregt werden!

Wird im Winter zusätzlich beleuchtet, so kann jede Citrussorte auch bei 20°C überwintert werden (wie auch in hellen Wintergärten mit Wohnraumanschluß, messen Sie die Lichtintensität), ist also "Zimmerfest".

Empfehlenswerte Lichtmesser sind die in vielen Haushalten vorhandenen Spiegelreflexkameras mit Belichtungsmesser:

Minimale Lichtstärke: Blende 8, Belichtungszeit 1/250, zu erreichen mit künstlichem Licht.

Gute Lichtstärke: Blende 11, Belichtungszeit 1/500.

Optimale Lichtstärke: Blende 16, Belichtungszeit 1/1000 und darüber.

(Werte gemessen mit 50mm Objektiv und bei 100 ASA Filmempfindlichkeit).

Blatt- und Fruchtfall im Winter und Zurücktrocknen ganzer Astpartien bis hin zum Absterben der ganzen Pflanze sind Lichtmangelerscheinungen aufgrund fehlender Tageslichtintensität.

Temperatur

Citruspflanzen beginnen ab 12°C zu wachsen. Die optimale Temperatur für kräftiges Wachstum liegt

bei 20° - 30°C, bei einer Nachtabsenkung, die nicht unter 15°C fallen sollte. Ab 35°C beginnt das Wachstum zu stagnieren, bei ca. 40°C treten erste Schädigungen auf.

Bei Temperaturen unter 10°C begeben sich die Pflanzen in Winterruhe, die um so tiefer ist, je näher sie an die 0°C Marke kommt. Die idealen Überwinterungstemperaturen liegen bei 5°C. Hiermit kommen auch tropische Sorten wie Mexikanische Limette, oder winterharte Sorten wie die Bitterzitrone aus. Es sollten im Winter die 12°C am Tag möglichst selten überschritten werden, um die Pflanzen nicht zum Austreiben zu bewegen, da die Lichtintensität ohne Zusatzbeleuchtung im Winter nicht ausreichend ist ( siehe unter "Licht").

Luftfeuchtigkeit

ist im Allgemeinen bei Citruspflanzen kein Problem, da die meisten Arten ohnehin im Sommer im Freiland stehen. Es sollte nur beim Einräumen im Herbst darauf geachtet werden, daß die Pflanzen nicht aus zu kühlen, luftfeuchten Standorten (Relative Luftfeuchte 80 - 100%) in warme (Zimmertemperatur), sehr trockene Standorte ( Relative Luftfeuchtigkeit 30 - 50%) eingeräumt werden, Blattfall wäre das Ergebnis.

Zusätzlich zu einer guten Beleuchtung (siehe unter "Licht"), können hier das Aufstellen von Wasserverdampfern, z.B. einer Schüssel Wasser auf den Heizkörpern und in der Übergangsphase tägliches Übersprühen mit Wasser helfen.

Bitte stellen Sie Ihre Citruspflanzen nicht direkt über eine heiße Heizung, der trocken - warme Luftstrom würde bei den meisten Arten ( bis auf Australische Limetten und Wüstenlimetten / -hybriden) zu einem schnellen Vertrocknen der Blätter führen.

Gefäße und Substrate

Für die Kübelkultur geeignet sind bei Citruspflanzen nur Gefäße, die einen guten Wasserablauf an Boden und wasserdichte Seitenwände haben. Am besten geeignet sind Plastiktöpfe, da sie bei zunehmender Größe des Wurzelballen noch am leichtesten zu transportieren sind. Gut geeignet sind auch dicht gebrannte Tontöpfe, gerade bei kleineren Größen, da hier die Windanfälligkeit geringer ist. Die bei Niedrigtemperatur gebrannten Terrakottagefäßen auftretende Verdunstungskälte schadet den Wurzeln der Pflanzen in südlichen Ländern nicht, hier in Deutschland jedoch leiden die Wurzeln erheblich. Durch den Kühleffekt der Verdunstung an der Topfwand werden Temperaturen erreicht, die bis zu 5° tiefer liegen als in der Umgebung. Hierdurch werden die Wurzeln zu Wachstumsstillstand gebracht, gelblicher bis weißer Austrieb ist die Folge, da keine Nährstoffe in die Triebspitzen transportiert werden.

Bei Freiland - Standorten im Sommer sollte kein Untersetzer benutzt werden, so daß das überschüssige Regen- und Gießwasser ungehindert abfließen kann. Hierdurch werden faulende Wurzeln verhindert.

Gute Kübelpflanzenerde sollte nicht zur Verschlämmung neigen (Staunässegefahr), nicht zu leicht sein (Windanfälligkeit), und ein mittleres Wasserspeichervermögen besitzen, so daß die Pflanzen bei einer Woche Sonnenschein (soll es auch in Deutschland geben) nicht sofort austrocknen. Der pH - Wert sollte 5 - 6 betragen.

Ein gutes Mischungsverhältnis ist z.B. :

52% grober Weißtorf

5% grober Sand oder feiner Kies (Korngröße 0,5 - 3 mm)

10% Blähton

8% Blähschiefer

10% Komposterde stark verrottet

10% Rindenhumus grob, gut abgelagert

5% Tongranulat

Aufdüngung der angemischten Erde siehe unter "Düngung".

Die Erde sollte mittels Reagenspapier ( zur pH - Wert Messung, erhältlich in Apotheken) und evtl. Kalk auf pH 5 - 6 gebracht werden, da der Wert durch den Torfanteil evtl. unter pH 5 liegt.

Gießwasser (Bedarf und Qualität)

Gegossen werden sollte mäßig, es schadet den Wurzeln mehr über einen längeren Zeitraum bei kühleren Temperaturen zu naß zu stehen, als einmal bei heißen Temperaturen auszutrocknen ! Beachte: Bei zu reichhaltigen Wassergaben werden unnötig die Nährstoffe aus dem Pflanzsubstrat ausgespült!

Das Gießwasser sollte kalkfrei sein und nicht kälter als die Umgebung. Regenwasser ist am geeignetsten, in Regionen mit weichem Trinkwasser kann auch dieses verwendet werden. Sollte keine Möglichkeit vorhanden sein kalkfrei zu gießen, so sollte die Pflanzenerde einmal Jährlich ausgetauscht werden, um ein verhärten und verkalken des Substrates und hiermit auch das Auftreten von Chlorosen zu verhindern.

Düngung

Citruspflanzen sind Starkzehrer, d.h. sie benötigen viele Nährstoffe in der Wachstumsperiode. Gedüngt werden kann mit einem Flüssigdünger, ab April einmal pro Woche, mit dem Gießwasser (Dosierungshinweise beachten), oder mit einem Langzeitdünger, der seine Nährstoffe temperaturabhängig (Wachsmantel) abgibt, hier ist ein 5-6 Monate wirkender Dünger mit Spurenelementen zu empfehlen, so daß nur einmal im Frühjahr gedüngt werden muß. Dieser Dünger wird leicht in die Erdoberfläche eingearbeitet.

Dosierung bei einem Mischungsverhältnis von

15%N, 10%P, 12%K ist 50g (etwa eine Hand voll) auf 10Liter Erde (Mittlere Topfgröße bei Kübelpflanzen).

Als organischer Dünger hat sich 1 Handvoll Pferdemist, angesetzt mit 10 l Wasser, bewährt. Die Brühe wird 1 Woche stehengelassen und anschließend zum Gießen verwendet.

Seite 114:

Worauf Sie beim Kauf neuer Pflanzen achten sollten:

1. Vergewissern Sie sich, daß die Wurzeln der Pflanzen gesund (Beigeorange, fest) und ausreichend ausgebildet sind. Dies ist wichtiger als die vorhandene Anzahl der Zweige. Bei guten Wurzeln findet auch bald gutes Triebwachstum statt.

2. Schauen Sie, ob es sich um einen Steckling oder eine Veredelung handelt - Veredelungen sind vorzuziehen.

( Siehe unter "Vermehrung")

3. Als Veredelung ist die Pomeranze nur bedingt geeignet (siehe auch "Krankheiten, CTV"), besser ist Poncirus trifoliata, informieren Sie sich wo die Pflanze her stammt (In Süditalien wird fast ausschließlich auf Pomeranze veredelt).

4. Pflanzen, die in reinem Lehm stehen, sind meistens aus Freilandbaumschulen in Südeuropa - Lehmerde ist für Kübelkultur äußerst ungeeignet, da sie stark verhärtet und verschlämmt - die Pflanzen würden über kurz oder lang bei unserem Klima an Wurzelfäule eingehen.

Achtung - oft ist über die Lehmerde eine Schicht Kultursubstrat gestreut!

5. Die Blätter und Triebe der Pflanze sollten gesund aussehen und nicht voll mit Schädlingen sein.

Punkt 5 (Düngung und Schädlingsbekämpfung) und in Maßen 4 (Erdaustausch) lassen sich korrigieren, sind also nicht ganz so wichtig. Die ersten drei Punkte jedoch sollten stimmen.

 

Ich hoffe, Ihnen haben diese paar Textauszüge schon etwas weiter geholfen- sollten Sie Fragen haben, so bin ich gerne bereit sie zu beantworten.

Sollten Sie sich aufgrund der Textauszüge für mein Buch entscheiden, würde es mich sehr freuen.

Bernhard Voß

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